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Gestern kam seit Wochen endlich mal wieder die Sonne raus - mit anderen Worten: Fotowetter! Hier also ein paar Advents-Impressionen. Aber nur wenige, denn mittlerweile ist es mir fast unangenehm, die ganze Zeit mit der Kamera rumzulaufen. Ich will nämlich nicht mit den (hauptsächlich britischen) Touristen verwechselt werden, die seit der Weihnachtsmarkteröffnung in Scharen hier herumlaufen, Cowboy-Hüte in den polnischen Nationalfarben kaufen und sich um hässliche Fimo-Drachen schlagen...

Wer's noch nicht weiß: Der Drache ist ein Wahrzeichen Krakaus, nach der Legende, dass hier einst ein Drache Schafe und Jungfrauen (in dieser Reihenfolge!) gerissen hat. Bis der tapfere Krak einherging und dem Drachen ein mit Sprengstoff gefülltes Schaf zu Fraß vorwarf, woran der Drache verstarb. So hat Krakau seinen Namen bekommen....Und jetzt gibt es an jeder Ecke Drachen aus den verschiedensten Materialien zu kaufen - einer hässlicher als der andere. Ach ja, und auf dem Wawel steht eine Drachenskulptur, die Feuer spuckt, wenn man eine Sms an eine bestimmte Nummer verschickt (in Deutschland würde sie bstimmt mit 0190 beginnen)....Herzlich Willkommen Moderne!

 

 

 

 

Übrigens hat Krakau auch einen hässlichen Weihnachtsbaum:

 

6.12.07 15:20


szopka-Wettbewerb

Wie jedes Jahr in der Adventszeit findet gerade der "szopka"-Wettbewerb statt. 'Szopka' ist eine Krakau-spezifische Krippe. Schon seit dem 17. Jahrhundert (oder so) gibt es die Tradition dieser besonderen Krippen-Bauart. Angefangen hat das mit herumziehenden Puppenspielern, die in der Weihnachtszeit durch die Dörfer gezogen sind und die Weihnachtsgeschichte oder andere christliche Geschichten gespielt haben. Später, als Polen geteilt war, wurden dann auch patriotische Ereignisse nachgestellt - um das Nationalbewusstsein und das kulturelle Gedächtnis aufrechtzuerhalten... Das besondere an diesen Krippen ist, dass sie die Krakauer Architektur imitieren, meistens wird die berühmte Marienkirche nachgebaut und die heilige Familie davorgesetzt. Wenn man sich in Krakau auskennt, kann aber Details erkennen, die auch von anderen berühmten Gebäuden kopiert sind. Heute werden die Krippen nicht mehr von Puppenspielern genutzt, aber sie beinhalten immer noch diesen typisch polnischen seltsamen Mix aus religiösen und patriotischen Themen. Da kann es schon mal vorkommen, dass das liebe Jesuskind in ein Nebenzimmer verbannt wird, und statt dessen irgendein Nationalheld im Zentrum steht...Interessante Prioritäten. Und woher kommt das? Es gibt in Polen schon gaaaaanz lange die Überzeugung (Messianismus genannt), dass Polen eine Mission zu erfüllen hat, nämlich Europa und damit das Christentum zu schützen. Wenn ich mich recht erinnere, ist diese Denkweise nach der berühmten Schlacht in Wien entstanden, als die Polen wesentlich dazu beigetragen haben, die Türken zu schlagen. Unser Dozent in "History of Polish Culture" erwähnt gerne mal, dass Polen damit ja ganz Europa, wenn nicht die Welt gerettet hat... Und verschiedene andere Schlachten haben dieses Bild dann verfestigt. (Ich halte meine Meinung darüber an dieser Stelle mal zurück...)


Heute werden die Wettbewerbgewinner der letzten hundert Jahre im größten und neuesten Konsumtempel der Stadt ausgestellt, der Galeria Krakowska. Hier einige schöne Exemplare, die manchmal übrigens mannshoch sind...

 

 

 

 

 

Man beachte die Details - und diie amerikanische Flagge! Amerika ist in Polen nämlich ganz schön beliebt...

 

15.12.07 17:21





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